Neuseeland – viel mehr als „das Land der Schafe“

SÜD INSEL

Um 6:00 Uhr morgens sind wir aufgestanden und zum Fähranleger gefahren. Ich hatte ein bisschen Panik mit KIWI auf die Fähre zu fahren. Ich habe mir vorgestellt, dass die Rampe ganz schmal ist und ich wie im Parkhaus im Kreis nach oben zirkeln muss. Dem war zum Glück nicht so. Ehrlich gesagt verlief alles ganz einfach. Man musste sich das Ticket an einem Schalter geben lassen und dann in der richtigen Reihe einordnen und dann hieß es warten bis sich die Schlange in Bewegung setzte. Auf der Fähre wurden wir wieder von Ordnern in die richtige Reihe eingewiesen und dann konnten wir hoch in den Passagierbereich gehen, um uns die 3,5 Stunden Überfahrtszeit zu vertreiben. Es gibt dort ein Café, Restaurant, einen feinen Sitzbereich mit gemütlichen Eckbänken und Sesseln, bei dem man seine eigene Jause mitbringen darf, free WIFI und einige Ladestationen, um die elektronischen Geräte aufzuladen. Ich vertrieb mir die Zeit ein wenig mit umher spazieren und ein, zwei Fotos schießen. Zu mehr war ich nicht motiviert bei dem tristen regnerischen Wetter. Den Rest verbrachten wir mit Nachrichten schreiben und Pläne für Nelson schmieden. Als wir uns der Südinsel näherten, stieg meine Laune schlagartig, da sich uns ein blauer Himmel präsentierte mit Sonnenschein. Natürlich habe ich nochmals meine Kamera gezückt um die atemberaubende Landschaft um uns herum bildlich festzuhalten. Richtig großartig, wenn man mit der Fähre in den Hafen von Picton einläuft.

Sind dann mit KIWI weiter gedüst nach Nelson. Das ist einer der sonnenreichsten Orte Neuseelands 😊 Hier wollten wir die nächsten Tage bleiben und meinen 30. Geburtstag feiern. Einen kostenlosen Platz zum Übernachten haben wir mitten in der Stadt gefunden, umgeben von einigen Geschäften, aber abends war es recht ruhig dort.

Zu meinem 30. Geburtstag weckte mich mein Schatz David mit leckeren Croissants aus der Bäckerei von nebenan und einem heißen Cappuccino. Wir sind gemütlich durch die Stadt spaziert und haben dann einen schönen Park entdeckt mit einem Wanderweg am Fluss entlang. Diesen sind wir dann ein paar Kilometer entlanggewandert. Die Sonne kam raus und es hatte immerhin 20 Grad. Auf dem Rückweg bekam ich noch einen Belohnungs-Geburtstags-Muffin. Dieser schmeckte natürlich hervorragend. Abends hat mich mein Schatz zum Italiener um die Ecke ausgeführt.  Mein einziges schickeres Kleid, dass ich dabeihabe, kam zum Einsatz 😊 Es war eine der besten Pizzen, die ich in letzter Zeit gegessen hatte. Haben den Abend dann noch bei einem Fläschle Wein gemütlich ausklingen lassen. Über die zahlreichen Geburtstagsglückwünsche habe ich mich sehr gefreut die mich per Handy, Facebook, Instagram und Co. erreicht haben und konnte mir bei dem ein oder anderen auch eine kleine Träne nicht verdrücken. Es war ein sehr schöner Tag!

Am darauffolgenden Tag haben wir dem Hallenbad einen Besuch abgestattet. Nach einer heißen Dusche ging unsere Fahrt weiter nach Motueka. Auf dem Weg dorthin haben wir uns im Supermarkt mit Jause-Material eingedeckt für unsere geplante Wanderung im Abel Tasman National Park. Es gibt dort unter anderem den Great-Ocean-Coastal Walk. Dieser ist gesamt 152 Kilometer lang und man läuft ihn in mehreren Tages-Etappen. Da wir weder Zelt noch Schlafsack besitzen und die Übernachtungspreise der Zeltplätze im Abel Tasman National Park in der Hochsaison sehr hoch sind, haben wir uns gegen eine mehrtätige Wanderung entschieden. Auch das Wassertaxi wollten wir meiden. Sind dann zu Fuß bei strahlend blauem, wolkenlosem Himmel von Marahau bis nach Anchorage Bay gelaufen und wieder retour. Gesamt legten wir an diesem Tag mehr als 28 Kilometer zurück. Nun kennen wir das absolute Maximum, was wir an Kilometer an einem Tag schaffen können. 😉 Auf der Strecke gibt es zahlreiche Look-Outs und View-Points. Der Weg führt über unterschiedliche Streckenabschnitte, mal über Stege, kleine Holzbrücken, durch den Wald, am Meer entlang und wir hatten nie das Gefühl, dass die Landschaft eintönig scheint. Uns hat die Aussicht immer wieder umgehauen. Der Abel Tasman National Park zählt für uns zu den schönsten Plätzen der Welt, die wir bisher gesehen haben. Ein absolutes Must-Do, wenn man auf der Südinsel Neuseelands ist. Abends taten uns die Füße weh, sodass wir uns für die nächsten 2 Tage nichts vornahmen. In Motueka fanden wir den perfekten Freedom-Camping Platz. Direkt am Meer, umgeben von grün, es gibt sogar eine Grillstation. Alles, was das Camper-Herz begehrt 😉 Die Wetteraussichten kündigten den Sommer an und so sind wir noch 3 Tage dortblieben.

Als nächstes stand Greymouth auf unserer Route. Hier fanden wir ebenfalls einen Freedom-Camping Platz direkt am Meer. Allerdings hatte sich das Sommerwetter von heute auf morgen verabschiedet und bei nur mehr 16 Grad, eingewickelt in dicken Pullis und Wollsocken machten wir das beste aus der Situation und recherchierten fleißig im Internet was es hier noch alles zu sehen gibt. Nebenbei zauberte David uns eine leckere Reispfanne mit Hühnchen und wir buchten schon mal ein Mietauto für unseren Great-Ocean-Road Trip in Australien.

Wir fuhren zu den Pancake Rocks, ca. 35 Minuten entfernt. Dort kann man einen 20-minütige Loop-Walk laufen. Es ist ein sehr schön angelegter Pfad, bei dem man alle paar Meter einen Blick auf die Pancake-Rocks erhaschen kann. Spezielle Felsformationen die aus dem wilden Meer ragen. Es hat uns sehr gut dort gefallen. Nach dem Ausflug habe ich noch meinen Kamera-Akku im Touristenbüro „i-SITE“ aufladen lassen. Das kann man für nur 1 Euro und so sparen wir es uns, um auf kostenpflichtige Camping Plätze zu gehen. Denn meine Kamera-Akkus und mein Notebook sind das einzige das per Steckdose aufgeladen werden muss. Alles andere (Kühlschrank, Handy) lädt sich während der Fahrt auf 😉

Am nächsten Tag sind wir zum Franz Josef Gletscher. Dort gibt es unterschiedliche Rund/Wanderwege. Leider hatten wir kein Glück mit dem Wetter und man hat den Gletscher nicht gesehen. Trist und grau, regnerisch, kalt und neblig. Sind dann nach der kleinen Wanderung weitergefahren. Später sind wir dann doch auf einen kostenpflichtigen Camping Platz gelandet, da wir in der Nähe keinen kostenlosen gefunden hatten und wir keine Lust mehr hatten noch länger umher zu fahren. Immerhin war das Wetter hier etwas freundlicher. Machten dann noch die Bekanntschaft mit einem netten Vorarlberger, der allein in Neuseeland unterwegs war.

Weiter ging es nach Wanaka. Genauer gesagt zum Lake Wanaka. Was für ein schönes Plätzlein Erde. Ein See umgeben von wunderschönen Bergen und sattem Grün. Es erinnerte uns an zuhause. Klar, dass wir uns hier wohlfühlten und so entschieden wir uns Weihnachten am Lake Wanaka zu verbringen. Unser Weihnachtstag startete mit einer Wanderung auf den nahe gelegenen Mount Iron. Hier läuft man einen Rundweg. Zuerst geht es steil bergauf und dann steil bergab. Oben angekommen genossen wir den Panorama Rundblick und staunten wieder einmal über die Natur Neuseelands. Danach sind wir in den Supermarkt und haben uns leckere Rindersteaks gekauft, Kartoffeln, Antipasti und eine Flasche guten Wein. An einem Campingplatz mitten im Wald, direkt am Fluss verspeisten wir das beste Steak, das wir in letzter Zeit gegessen hatten, freuten uns über die Antipasti und den guten Wein. Weihnachten ohne unsere Lieben ist natürlich was ganz anderes und wir hatten schon etwas Heimweh, aber so ließ es sich sehr gut aushalten und wir hatten einen schönen Tag. Früh morgens wurde dann noch fleißig mit unseren Familien Video-telefoniert, denn bei ihnen war es erst Weihnachtsabend. Also konnten wir ein bisschen dabei sein 😊

Nach drei schönen und ruhigen Sommertagen beschlossen wir weiterzuziehen. Auf der Suche nach einem kostenlosen Plätzchen führte uns der Weg irgendwo ins Nirgendwo. Über holprige, schmale Kiesstraßen mit großen Schlaglöchern ging es steil bergauf. KIWI schnaufte kräftig und mehr als einmal kreuzte ein Hase und Schafe unseren Weg. Wir konnten uns nicht vorstellen, dass hier ein Camping Platz sein soll, also entschieden wir uns umzukehren. An der Hauptstraße angekommen trafen wir auf einen anderen Camper Van dieser sagte uns das der Campingplatz wohl noch 9 Kilometer entfernt sei. 9 Kilometer mit KIWI über diese holprige Piste?! Lieber nicht 😀 So fuhren wir weiter. Sind dann 40 Minuten später anderswo fündig geworden.

Oamaru war unser nächster Ort, den wir uns anschauen wollten. Hier lebt die Blau-Pinguine-Kolonie und der selten anzutreffende Gelbaugen-Pinguin. Wer mich kennt weiß, dass ich Tiere liebe, also wollte ich die süßen Watschelchen sehen. Wir sind auf Pinguinsichtung gegangen, aber leider blieben sie versteckt. Aber immerhin haben wir eine Robbe entdeckt. Die war auch süß. Haben uns dann noch einen leckeren Cappuccino in einem kleinen Café der Stadt gegönnt. Es gibt auch eine andere Möglichkeit die Blau-Pinguin-Kolonie zu sehen. Diese ist allerdings kostenpflichtig. Wir sind hingefahren und haben uns darüber informiert, jedoch wollten wir der „Pinguin-Show“ nicht beiwohnen.

Timaru liegt ebenfalls auf dem Weg nach Christchurch und so verbrachten wir dort auch einen Tag. Auch hier hatten wir kein Glück die Pinguine in freier Wildbahn zu sehen, aber ich denke ich komme schon noch dazu 😉

Unser letzter Stop in Neuseeland war Christchurch. Hier gaben wir KIWI ab…. Leb Wohl, danke das du uns von A nach B gebracht hast. Wir hatten eine großartige Zeit!

…und freuten uns sehr über ein richtiges Bett und mehr Platz 😉

Fazit zur Süd Insel:

Die Süd Insel ist landschaftlich komplett anders als die Nord Insel. Uns hat sie jedoch genauso gut gefallen. Auch hier sind wir einige Kilometer von Picton bis runter nach Wanaka und von Wanaka über Oamaru, Timaru nach Christchurch gefahren. Gesamt kommen wir auf über 3.600 Kilometer in 30 Tagen. Wir haben viel erlebt. Das absolute Highlight der Süd Insel war für uns der Abel Tasman National Park. Wer schon mal selbst dort war, teilt sicher unsere Begeisterung. Das Wetter auf der Süd Insel ist genauso witzig wie auf der Nord Insel. Es gab Tage da hatten wir drei Jahreszeiten an einem Tag. Neuseeland du hast uns so viel Wundervolles erleben lassen und deine Natur ist atemberaubend.

Jetzt sind wir bereit für unser nächstes großes Abenteuer. In AUSTRALIEN

Autor: natidas.life

Ich bin Natalie, 29 Jahre alt, (fast) immer gut drauf und lebensfroh. Ich liebe meine bessere Hälfte David, gutes Essen, Reisen und das Leben :-) Zusammen leben wir unseren Traum und reisen ab August 2018 für 1 Jahr um die Welt.

Ein Gedanke zu „Neuseeland – viel mehr als „das Land der Schafe““

  1. Liebe Nati ganz toller Bericht ich konnte mich richtig hineinleben. Leider war ich hier noch nicht um so toller und interessant war dein Bericht. Alles Gute euch zwei.

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