Argentinien – im Land der „Gauchos“

Nach einem 14 stündigen Flug, mit kurzem Zwischenstop in Santiago de Chile landeten wir müde und geschlaucht in Buenos Aires.  Mit Hilfe von UBER fuhren wir in unsere gebuchte Airbnb Unterkunft im Stadtteil Recoleta. Ein hübsches Apartment, dass wir für 1 Woche unser Zuhause nennen durften. Dort angekommen fielen wir erschöpft und müde ins Bett. Den nächsten Tag verbrachten wir mit Lebensmittel einkaufen, Sim Card organisieren und Nachbarschaft erkunden. Der Jetlag von 14 Stunden Zeitunterschied saß tief in unseren Knochen. Im Gegensatz zu Australien war es hier schwül und heiß. Am darauffolgenden Tag sind wir zu einer Spanisch-Sprachschule gelaufen und haben uns darüber informiert, was es für Sprachkurse gibt. Schnell wurde uns klar, dass wir mindestens einen 2-wöchigen Kurs belegen müssen, um die wichtigsten Grundkenntnisse und Basics der spanischen Sprache zu erlernen. Wir verlängerten unseren Aufenthalt in dem gebuchten Apartment und schrieben uns für den Anfängerkurs ein. Da dieser erst ab nächster Woche startete, hatten wir die nächsten Tage noch Zeit Buenos Aires zu erkunden. Den Markt in San Telmo, den Plaza de Armas, den Königspalast, den Wochenmarkt in Recoleta, den Friedhof und die in der Gegend gelegenen Parks haben wir uns angeschaut. Auch das große Einkaufscenter in unserer Nähe wurde öfters aufgesucht, da wir hier ein Café entdeckt hatten, das super leckeres Brot verkaufte. Normalerweise ist gutes Brot hier Mangelware. An einem Samstag fuhren wir mit dem regionalen Bus in das berüchtigte Stadtviertel „La Boca“. Es wird auch das „Arbeiterviertel“ genannt, da hier sehr viele Einheimische in ärmlichen Verhältnissen in einfachen Blech-Hütten wohnen. Es galt einst als Schandfleck der Stadt. Bis zu dem Tag, als ein italienischer Künstler einen Teil der Blech-Hütten bunt bemalt hat und durch witzige und schöne Figuren verziert hat. Eine Figur, die fast an jeder Ecke zu sehen ist, ist die bereits verstorbene Frau des Expräsidenten, Eva Peron (auch Evita genannt). Sie wird von den Arbeitern verehrt, da sie sich für die armen Leute eingesetzt hat. Rund um „Caminito“, eine enge Gasse die durch die bunten Wellblech-Häuser an die Frühzeit der Gegend als Einwandererviertel erinnern, finden sich zahlreiche Straßenkünstler, Tango-Tänzer, Shops und Restaurants. Es ist sehr touristisch, jedoch absolut sehenswert. Wir haben an einer Free-Walking Tour teilgenommen und unser Guide erkärte uns, dass es hier im Stadtteil von La Boca durchaus sehr gefährlich ist, wenn man abseits der Touristenströme durch gewisse Gassen schlendert. Dies ist jedoch meistens erst abends der Fall, da bis um 17 Uhr in ganz La Boca eine sehr hohe Polizeipräsenz herrscht. Diese verlassen das Viertel allerdings vor Anbruch der Dunkelheit und so manche kriminellen Gestalten treiben sodann ihr Unwesen. Wir waren untertags dort und haben uns keinen Moment lang unsicher gefühlt. Jedoch abends würden wir dieses Viertel meiden. Ein weiteres Highlight La Boca’s ist das bekannte Fußballstadion „La Bombanera“ dieses befindet sich ebenfalls in der Nähe des „Caminito“. Wir haben uns das Stadion auf eigene Faust angeschaut. War cool. Hatten mit den günstigeren Tickets jedoch nur Zugang zu einem kleinen Teil des Stadions. Danach sind wir in ein kleines einheimisches Restaurant in einer Seitenstraße eingekehrt und ließen den Tag mit einem Steak und Bier ausklingen, bevor es mit dem regionalen Bus wieder zurück nach Recoleta ging. Unser Spanischkurs begann immer um 8:30 morgens und ging bis 13:30 Uhr Montag – Freitags. Das war für uns ideal, so hatten wir nachmittags Freizeit und konnten uns um unsere weitere Reiseplanung kümmern. Der Sprachkurs hat uns gutgetan, wir hatten eine super Zeit und haben viele nette Leute aus aller Welt kennen gelernt und uns über Reiseerfahrungen ausgetauscht. Nun mussten wir das Erlernte nur noch in die Praxis umsetzten.

Fazit zu Buenos Aires: Es ist eine sehr lässige und moderene Stadt. Recoleta und San Telmo sind sehr schöne Viertel und gelten als recht sicher. Abends muss man jedoch immer aufpassen und sollte das Geld lieber in ein Taxi investieren, anstatt zu Fuß zur Unterkunft zu laufen. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit. Es gibt dort so vieles zu sehen. Manchmal sind wir uns vorgekommen, als wären wir in einer europäischen Stadt unterwegs.

Weiter ging es für uns nach Iguazu, hoch in den Norden. Da die Bus Strecke dorthin über 20 Stunden dauert, sind wir dieses Mal lieber geflogen. Nach 1,5 Stunden landeten wir in dem kleinen Ort und mit dem Flughafenshuttle fuhren wir zu unserer Unterkunft. Für den nächsten Tag wäre der Besuch der Iguazu Wasserfälle auf dem Plan gestanden, diesen änderten wir allerdings, als es morgens wie aus Eimern schüttete. Wir hatten ja ein paar Tage Zeit. Wir schlenderten ein wenig in dem kleinen Ort herum, aber viel zu entdecken gab es nicht. Am folgenden Tag strahlte uns die Sonne früh morgens entgegen und so brachen wir auf in den National Park zu den Iguazu Wasserfällen, auch „Cataratas“ genannt. Es ist ein wunderschöner National Park mitten im Dschungel mit tollen Rundwegen und Trails. Wir sind zuerst den Lower-Trail gelaufen, hier kommt man bei einem schönen Rundweg sehr nahe an die beeindruckenden Wasserfälle heran und danach sind wir den Upper-Trail gelaufen, dieser führte oben entlang der Wasserfälle. Wir haben viele Nasenbären, Spinnen, Vögel und sogar ein Krokodil gesehen. Das Highlight, den „Garganta del Diablo“ (Teufelsschlund) haben wir uns für den Schluss aufgehoben. Hier fuhren wir mit einem kleinen Zug ein Stück durch den Dschungel. Von der Endstation bis zum Aussichtspunkt sind wir dann ca. noch eine Stunde über schön angelegte Wege und Stege über den Wasserfällen entlang gelaufen. Beim Aussichtspunkt angekommen musste man sich mit zahlreichen Touristen auf die Aussichtsplattform quetschen, um einen Blick auf den Teufelsschlund zu werfen. Mit etwas Geduld gelang uns dies. Gewaltig was für Wassermassen hier herabstürzen. Es war ein so schöner Anblick, wir hätten dort ewig stehen können, um dieses Naturspektakel zu bestaunen. Dies war allerdings aufgrund der vielen Touris nicht möglich. Nachdem wir ein paar gute Fotos geschossen hatten, haben wir uns dann wieder auf den Rückweg gemacht. Mit dem Zug ging es wieder zurück zum Ausgangspunkt. Nach einer verdienten Jause, bei der wir unter genauer Beobachtung zahlreicher Nasenbären standen, machten wir uns auf den Heimweg. Ein grandioser Tag ging mit leckeren Empanadas (eine Art gefüllte Crossaints) zu Ende. Man kann die Iguazu Wasserfälle auch von der brasilianischen Seite aus bestaunen, doch uns reichte der schöne Ausflug auf der argentinischen Seite. Unseren letzten Tag in Iguazu verbrachten wir mit einem kleinen Abstecher zu den „Hito Tres Fronteras“. Hier treffen Argentinien, Brasilien und Paraguay aufeinander.

Mit dem Bus ging es dann 10 Stunden weiter nach Corrientes. Hier blieben wir 3 Tage und besuchten den Karneval. Das war ganz witzig. Allerdings hatten wir nicht bedacht, dass es abends so kalt wird. Nachts hatte es dort nur 17 Grad. Das fühlt sich für uns mittlerweile schon kalt an, da wir die warmen Temperaturen bereits gewohnt waren. Im Sommeroutfit standen wir zwischen zahlreichen Einheimischen und tanzten zu den Sambaklängen. Da wurde uns wenigstens etwas warm. Karneval in Corrientes ist ein großes Spektakel im Norden Argentiniens. Unzählige Tänzer und Tänzerinnen tanzten an den Tribünen vorbei. Sie trugen sehr aufwändige Kostüme und man merkte ihnen die Leidenschaft zum Samba an. Sie sahen wunderschön aus. Von der Größe her ist der Karneval in Corrientes natürlich nicht mit dem Karneval in Rio de Janeiro zu vergleichen, aber er ging trotzdem mehrere Stunden und es waren auch viele Leute vor Ort. Ich glaube wir waren fast die einzigen Touristen dort.

Als nächstes fuhren wir mit dem Bus 12 Stunden nach Salta. Das liegt im Nordwesten, umgeben von den Anden. Am 1. Tag haben wir uns die Stadt ein wenig angeschaut und uns in einem Reisebüro über Touren informiert. Am Ende des Tages hatten wir 2 unterschiedliche Touren gebucht. Unsere 1. Tour führte uns durch die Anden nach San Antonio de los Cobres, eine kleine Stadt auf über 3.700 m. Hier machten wir einen kurzen Stop und schlenderten etwas durch die alten Gassen. Danach ging es weiter Richtung Jujuy auf 4.170 m, ein schöner Aussichtspunkt. Jedoch ist die Luft hier sehr dünn. Aber mit genügend Wasser und einer Kopfbedeckung ging es, man musste sich halt etwas langsamer bewegen und ruhiger atmen. Wir haben wilde Lamas, Esel, Ziegen und sehr viele Kakteen gesehen, was typisch für diese Landschaft ist.

Unser nächster Stop führte uns in die Salzwüste „Salinas Grandes“. Es war brütend heiß und durch das Salz wurde das  Sonnenlicht noch mehr reflektiert, da hieß es gut eincremen sonst zieht es einem schnell einen üblen Sonnenbrand auf. Wir hatten eine Menge Spaß und haben unzählige Fotos mit allen möglichen Posen geschossen. Wenn man die Fotos sieht könnte man meinen wir befänden uns in einer „winterwonderland“ Landschaft. Doch unsere kurzen Hosen und T-Shirts haben uns dann doch verraten 😉

Während der Busfahrt haben wir ein nettes, älteres Ehepaar aus Kalifornien kennen gelernt. Mit  ihnen hatten wir eine Menge zu lachen und wir bekamen zum Schluss sogar eine Einladung zum Übernachten, sollten wir jemals in Los Angeles unterwegs sein. Der letzte Stop waren die „Montanas de siete colores“, die 7-farbigen Hügel in Purmamarca. Hier hatten wir allerdings nicht mehr allzu viel Zeit dieses Naturschauspiel länger zu bestaunen. Sind durch die Gassen spaziert und auf einen Aussichtshügel hochgelaufen. Ein wundschöner Anblick und die Sonne ließ die Berge in allen 7 Farben um die Wette strahlen. Nach einem leckeren „Tortilla to go“ ging es mit dem Bus auch schon zurück nach Salta. Es war ein wunderschöner Ausflug.

Bei unserer 2. Tour ging es nach Cafayate. Dies war eine komplett andere Landschaft als am Tag zuvor, jedoch auch wunderschön. Riesige rote Felsen und Gesteinsformationen teilten sich die Landschaft mit endlos grünen Feldern. Zwei der bekanntesten Gesteinsformationen schauten wir uns genauer an. Das „Amphitheater“ und den „Teufelsschlund“. Gigantisch wenn man zwischen diesen uralten, riesigen Felsen steht. Vor dem Eingang war ein riesen Berg von Steinen aufgetürmt. Unser Guide erklärte uns, dass dies ein sehr wichtiges Ritual für die Ureinwohner sei. So huldigen sie „Pacha Mama“ (Mutter Erde). Die Ureinwohnen nehmen jeden Tag etwas von der Mutter Erde (zum Beispiel Früchte) und deshalb geben sie auch selbst jeden Tag etwas an sie zurück, wie zum Beispiel Essen, Steine, Wasser. Diese „Opfergaben“ sahen wir des Öfteren am Wegesrand. Wir hatten eine tolle Gruppe, einen super Guide, der über alles Bescheid wusste und uns viel erklärt hat und der die besten Fotostopps mit atemberaubenden Aussichten kannte. Ein kleiner Abstecher zu einem argentinischen Weingut inkl. Führung und anschließender Verkostung rundete den Ausflug ab und wir kamen gut gelaunt in Cafayate Stadt an. In netter Gesellschaft eines Spaniers und eines Franzosen aßen wir zu Mittag. Den Rest der Zeit verbrachten wir schlendernd und quatschend zwischen den Gassen, bevor es zurück nach Salta ging. Ein gelungener Ausflug!!

Es folgte eine Busfahrt von 10 Stunden nach Cordoba. Mit Hilfe der Free Walking Tour haben wir einen guten Überblick über das neue Cordoba und das alte, ursprüngliche Cordoba bekommen. Die nächsten Tage haben wir im Stadtzentrum relaxt, den vielen Straßenmusikern zugehört und ich habe mir einen Friseurbesuch gegönnt. War mal wieder nötig.

Mendoza war unser letztes Ziel in Argentinien. Hier haben wir uns den Hauptplatz angeschaut und eine Wein-Tour gebucht. Der Bus kam 1,5 Stunden zu spät und hätten wir nicht angerufen, hätte man uns nichts gesagt. Das ist hier in Argentinien normal. Die Wein-Tour war super. Wir waren bei 3 unterschiedlichen Weingütern. Da sind schon ein paar Gläsle Wein zusammen gekommen bei dieser Tour. Nach Besichtigung des 2. Weinguts ging es zu einer Olivenfarm. Hier durften wir die ganzen leckeren Öle, Aufstriche und Oliven probieren. Das tat gut. So wurde es doch noch ein schöner Nachmittag. Abends haben wir uns eine leckere Gemüse-Reispfanne gekocht und unsere Rucksäcke gepackt, denn die Reise ging weiter in unser nächstes Land. CHILE

Fazit nach 6 Wochen in Argentinien: ein sehr schönes, vielfältiges Land. Es gibt hier wirklich an jeder Ecke leckere Fleischgerichte, aber es war für uns echt schwierig mal an ein vegetarisches Essen ran zu kommen. Deshalb haben wir die meiste Zeit selber gekocht. Sie haben durchaus super leckere Empanadas und sehr gute Rinder-Steaks, aber diese konnten wir auch nicht jeden Tag essen. Uns hat der Norden Argentiniens sehr gut gefallen. Die Einheimischen sind sehr nett und man konnte das ursprüngliche Argentinien kennen lernen. In manchen Dingen liegen die Gauchos um Jahre zurück, aber man gewöhnt sich mit der Zeit an die Einfachheit, die dort herrscht. Und es sorgte das ein oder andere Mal für ein großes Schmunzeln bei uns.

Unsere Highlights in Argentinien waren die Iguazu Wasserfälle, Salta, die Salzwüste und Cafayate.

Autor: natidas.life

Ich bin Natalie, 29 Jahre alt, (fast) immer gut drauf und lebensfroh. Ich liebe meine bessere Hälfte David, gutes Essen, Reisen und das Leben :-) Zusammen leben wir unseren Traum und reisen ab August 2018 für 1 Jahr um die Welt.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s